Port de Sóller oder: warum wir öfter auf den Zufall vertrauen sollten

Freude erlebt man immer da, wo man sie am wenigsten erwartet hat.“

– Antoine Saint-Exupéry

Manchmal ist es gut, sich einfach vom Zufall treiben zu lassen. Denn manchmal führt einen der Zufall an genau die richtigen Orte. Wer meinen Blog besonders aufmerksam liest und nebenbei auch ein ziemlich gutes Gedächtnis hat, erinnert sich vielleicht noch daran, wie ich zum ersten Mal nach Port de Sóller gekommen bin. Ich war eigentlich in Sóller unterwegs, wo ich aber dummer – oder glücklicher – weise die Bushaltestelle für die Fahrt zurück nach Palma nicht mehr gefunden habe. Dadurch bin ich dann mit einer alten Straßenbahn nach Port de Sóller gefahren, in der Hoffnung, hier die Haltestelle zu finden.

Wie ihr es euch wahrscheinlich denken könnt, war die Mission “Bus nach Palma finden” am Ende noch erfolgreich. Auch, wenn ich erst an einer Haltestelle stand, die gar nicht mehr wirklich existierte. Auch, wenn ich dann mit dem Stadtplan eines Hotels in der Hand immer noch verwirrt war, welche Richtung denn nun die richtige ist. Meine Rettung war der nette Rezeptionist im Hotel nebenan, der mir den Weg nicht nur (nochmal) erklärt, sondern auch genau eingezeichnet hat. Der Punkt ist jedenfalls: Ich war so mit Suchen und planlos Umherlaufen beschäftigt, dass mir erst beim Anschauen der Fotos Zuhause aufgefallen ist, wie schön der Ort eigentlich ist.

Deshalb ging es diesen Sommer noch einmal hin. Mit Auto und in Begleitung, damit auch wirklich nichts schief gehen konnte. Und so konnte ich Port de Sóller dieses Mal richtig genießen, mit allem was dazu gehört. Eisessen, Cappuccino trinken, in einem Café die Fischerboote beobachten und zwischen den Palmen am Meer entlang schlendern. Das sind für mich die Momente, in denen man denkt: Das Leben ist schön und alles ist gut so wie es ist.

Port de Sóller vereint den Charakter von mallorquinischen Dörfern mit dem eines Ferienorts. In den Straßen abseits der Strandpromenade ist der für Mallorcas Bergdörfer typische Baustil erhalten geblieben. Alte Natursteinhäuser und enge Gassen kann man hier genauso finden wie Hotels oder moderne Restaurants und Bars. Was man dagegen nicht findet, sind 20-stöckige Kasten-Hotels, Fast-Food-Ketten an jeder Ecke oder riesige Yachten. Und genau das macht Port de Sóller für mich zu einem der schönsten Ferienorte der Insel.

Port de Sóller ist keiner der besonders exquisiten Küstenorte Mallorcas. Aber wer den Luxus sucht, findet ihn immer, auch in Port de Sóller. Das Jumeirah Hotel, das praktisch über dem Ort thront, ist an Luxus kaum zu überbieten. Behaupte ich zumindest mal, obwohl ich keine Nacht, nicht mal ein Abendessen, dort verbracht habe. Der einzige Grund, warum ich das Hotel überhaupt betreten habe, war der Auftrag, ein paar Fotos von der Aussicht zu machen. Also bin ich – zugegebenermaßen nicht sehr motiviert – zu dem Hotel gefahren, ohne wirklich damit rechnen, wahnsinnig überrascht zu werden. Aber ich wurde es.

Nicht, dass jetzt jeder von euch in das Hotel spazieren sollte, um einmal von der Dachterrasse über den Hafen zu blicken: Aber der Ausblick ist tatsächlich phänomenal und man merkt erst von hier oben so richtig, wie faszinierend die Lage von Port de Sóller ist. Und obwohl ich authentischen Charme jedem Luxus vorziehen würde: Einen Morgen hier aufwachen, einmal hier frühstücken, einmal jede Tür geöffnet bekommen und sehen, wie mein Auto vor den Eingang gefahren wird – ja, das hätte was. Irgendwann, einmal im Leben.

Ich bin ein Mensch, der immer alles planen möchte. Ich strukturiere meine Tagesabläufe am liebsten ganz genau im Voraus, und weiß, was ich wann, wo und wie zu tun habe. Trotzdem funktionieren meine Pläne nur selten genau so, wie ich mir das gedacht habe Weil eben dieser Zufall dazwischen kommt. Aber eigentlich ist das auch gar nicht so schlimm. Denn Port de Sóller ist das beste Beispiel dafür, dass der Zufall manchmal etwas viel Besseres für mich bereithält, als ich es jemals planen könnte.

Ausflüge


Herzlich willkommen auf der Insel des Lichts! Mallorca ist ein Paradies auf Erden, das alles bietet, auf höchstem Niveau. In Mallorquíssimo zeige ich Ihnen „meine“ Insel so, wie ich sie in über 19 Jahren kennen und lieben gelernt habe.

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